"Sollten die Verhandlungen allerdings nicht in nächster Zeit zu einem Ergebnis kommen, wird sich der schmale Fensterspalt dazu wieder Schließen", warnt Nasr gleichzeitig. Falls der Kongress bei den bevorstehenden Wahlen noch weiter nach rechts rückt, müssten die Verhandlungen beschleunigt und eine Vereinbarung so bald wie möglich erzielt werden. Denn je länger die Verhandlungen dauern, umso wahrscheinlicher wird es, dass sich die Politik im Iran wie in den USA in eine Richtung entwickelt, die jede Verständigung unmöglich macht.
Die Uhr beginnt am amerikanischen Wahltag zu ticken, denn am 24. November läuft die Frist für eine umfassende Vereinbarung ab. Doch bis der nächste Kongress am 4. November gewählt worden ist, kann die US-Regierung keine riskanten Versprechungen machen, und die Iraner können ohne das Kräfteverhältnis zwischen Demokraten und Republikanern zu kennen, nicht reagieren. "Deshalb haben die Wahlen auf die Verhandlungen einen gewichtigen Einfluss. Beide Seiten müssen nicht nur die Resonanz auf eine umfassende Vereinbarung in ihren Heimatländern einkalkulieren, sondern auch, wer dadurch auf der anderen Seite gestärkt würde, schreibt Nasr.